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Sonntag, 19. Februar 2017

Begriff "Benutzerfreundlichkeit" jetzt im Gesetz

In eigener Sache: Begriff "Benutzerfreundlichkeit" (nach nur 20 Jahren) nun auch im Gesetz als Synonym für Usability verwendet

Da ich zur Zeit eine Grundlagenvorlesung Usability und User Experience erstelle, habe ich mich auch wieder mal mit den etwas angestaubten Texten aus dem gesetzlichen Bereich zu beschäftigen.und auch einmal alte formale Wahrheiten aus den 90ern und meiner Zeit beim TÜV kritisch hinterfragen. 

Und tatsächlich hat sich etwas getan. Nicht nur die ISO 9241 wächst und gedeiht (optimistisch gesehen), sondern auch die gesetzlichen Grundlagen wurden überarbeitet. Statt der bisherigen "Bildschirmarbeitsverordnung" sind die Anforderungen an die Usability nun in die Arbeitsstättenverordnung integriert, so dass sich das Bild verändert hat: 



Das wäre nun außer für damit besonders betraute Personen nun keine wirkliche Neuerung, zumal die Anforderungen in dem als Anhang zur Arbeitsstättenverordnung (der volle Titel lautet "Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) - Anhang Anforderungen und Maßnahmen für Arbeitsstätten nach § 3 Absatz 1") gestalteten übernommenen Teil sich kaum verändert haben.

Auszug:
6.5 Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit von Bildschirmarbeitsplätzen 
  • (1) Beim Betreiben der Bildschirmarbeitsplätze hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass der Arbeitsplatz den Arbeitsaufgaben angemessen gestaltet ist. Er hat insbesondere geeignete Softwaresysteme bereitzustellen. 
  • (2) Die Bildschirmgeräte und die Software müssen entsprechend den Kenntnissen und Erfahrungen der Beschäftigten im Hinblick auf die jeweilige Arbeitsaufgabe angepasst werden können. 
  • (3) Das Softwaresystem muss den Beschäftigten Angaben über die jeweiligen Dialogabläufe machen. 
  • (4) Die Bildschirmgeräte und die Software müssen es den Beschäftigten ermöglichen, die Dialogabläufe zu beeinflussen. Sie müssen eventuelle Fehler bei der Handhabung beschreiben und eine Fehlerbeseitigung mit begrenztem Arbeitsaufwand erlauben. 
  • [...].
Für mich, der die Domain "www.benutzerfreundlichkeit,de" vor gefühlten Jahrhunderten reserviert hat, ist viel mehr sensationell, dass der Begriff der Benutzerfreundlichkeit nun in einem Gesetzestext auftaucht, nachdem er in der Normung immer bekämpft und durch die Gebrauchstauglichkeit ersetzt wurde. Und zugegeben "Usability" (Gebrauchstauglichkeit) ist nicht "User friendlyness" (Benutzerfreundlichkeit) und schon gar nicht "User Experience". Und diese eine Fundstelle ist auch nur eine vermutlich für viele irrelevante Ecke aber ich muss zugeben, dass ich mich insgeheim über die Aufwertung freue.

Und sei es nur, um die merkwürdige Diskussion um den noch merkwürdigeren Begriff der "Benutzungsfreundlichkeit" (OK, die Domain habe ich damals gleich auch genommen) nun bitte final beendet. Es heißt ja schließlich auch "hautfreundlich" und nicht "Häutungsfreundlich" ;)

So, statt immer nur Event-Terminen nun auch einmal ein inhaltlicher Artikel. 

Sonntag, 19. Juli 2015

Call for Speaker  


UUX 4.0 - intelligent die Technik näher zum Nutzer bringen
München | 15.9.2015
Fachausschuss Usability & User Experience (UUX)


  • Die aktuellen Entwicklungen im Software- und IT-Umfeld werden derzeit von Schlagwörtern wie Industrie 4.0, Internet of Things, Big Data und Cloud Computing dominiert. Dabei stehen scheinbar in allen Bereichen die Suche nach technischen Lösungen, Standards, Architekturen und Systemen einseitig im Mittelpunkt. Eine Betrachtung der menschlichen Komponente und hierbei insbesondere des Anwenders technischer Lösungen findet so gut wie nicht statt. Doch wohin führt eine solche Betrachtungsweise? Besteht die Gefahr, dass der Nutzer von der Technik überholt wird? Eine Bitkom-Studie zum Thema »UUX in der Praxis« zeigt, dass es in diesem Umfeld noch Handlungsbedarf gibt und das Potenzial von UUX bei der Entwicklung zukünftiger Themen noch nicht ausgeschöpft wird.

Call for Speakers
Unter der Überschrift 'UUX 4.0 – intelligent die Technik näher zum Nutzer bringen' suchen wir spannende Vorträge. Bitte reichen Sie Ihre Vorschläge bis zum 14. August per Mail ein (f.termer@bitkom.org). Geben Sie dabei bitte den Titel Ihrer Präsentation an und beschreiben Sie kurz in 2 bis 3 Sätzen das Thema Ihres Vortrags. Ein Vortrag sollte für eine Dauer von 30 Minuten angelegt sein und zu einer anschließenden Diskussion anregen.

Der FA Usability und User Experience (UUX) im Bitkom möchte die Diskussion aufgreifen und sich den verschiedenen Handlungsfeldern zuwenden. Hierzu werden Vorträge gesucht, welche die Brücke zwischen Praxisthemen und UUX schlagen. Dabei sind nachfolgende Fragen besonders interessant:
  • Welchen Stellenwert hat UUX generell im Software Engineering?
  • In wie fern wird UUX bei der Entwicklung von Software Ecosystems berücksichtigt?
    Wie kann UUX bei der konkreten Weiterentwicklung spezifischer IT-Systeme einen Beitrag leisten, bspw. für ERP-, CRM- oder ECM-Systeme?
  • Welche Anforderungen muss UUX erfüllen, wenn Zukunftsthemen wie Smart Home, Internet of Things oder Industrie 4.0 betrachtet werden?
  • Wie kann UUX bei immer kleiner werdenden Devices (Wearables) überhaupt noch berücksichtigt werden?
  • Welche Auswirkung hat die zunehmende Intelligenz der Dinge um uns herum auf das Benutzererlebnis?
  • Welchen Beitrag können »Open Anything«-Initiativen (Open Source, Open Innovation, Open Data) zu einer verbesserten UUX leisten?
  • Wie verändern Zukunftsthemen wie Industrie 4.0, Internet of Things und Cloud Computing das Software-Projektmanagement und welchen Stellenwert nimmt UUX hierbei ein?

Neben diesen Fragen sind auch weitere angrenzende Themen für uns interessant, die sich mit Praxisbeispielen mit dem Spannungsfeld von Software und UUX auseinandersetzen.

Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenlos.
ZEIT: Dienstag, 15. September 2015, 10:00 - 17:00 Uhr
ORT: Capgemini Deutschland GmbH, Olof-Palme-Straße 14, 81829 München (Lage)
Wir bedanken uns herzlich bei Capgemini für die Bereitstellung der Räume.
Die finale Agenda geht Ihnen ca. drei Wochen vor der Veranstaltung in einer gesonderten Einladung zu. 
BITKOM Mitglieder melden sich bitte über das Mitgliederportal an.
Nicht-Mitglieder können sich hier bei Xing anmelden

Donnerstag, 6. Mai 2010

Usability Talk – Erfolgsschub für Ihre Produkte



Am 10. Juni 2010 findet um 18:00 Uhr der erste Usability Talk im Schiffmeisterhaus in Deggendorf statt. Der Usability Talk ist eine kostenlose Informationsveranstaltung und wendet sich an kleine und mittelständische Unternehmen in der Region Niederbayern, die im Bereich IT tätig sind. Die Veranstaltung wird vom Unternehmensnetzwerk EF.EU in Zusammenarbeit mit dem IT-Forum Niederbayern und der IHK Niederbayern ausgetragen.

Aus dem Programm:
  • Usability – Was, Warum, Wie? (Alexander Steffen, User Interface Design GmbH, München)
  • Usability – von der Wissenschaft in die Wirtschaft (Prof. Andreas Kohl, Hochschule Deggendorf)
  • EF.EU – Netzwerk für Usability (Bernhard Pichler, informare GmbH, Oberschneiding)
Mehr Informationen zur Veranstaltung finden sich hier...

Montag, 22. März 2010

UID Mitinitiator des Usability-Netzwerks EF.EU



Anfang des Jahres hat UID mit fünf weiteren Unternehmen aus Süddeutschland und dem Forschungscampus Informatik der Universität Passau das Usability-Netzwerk EF.EU gegründet. EF.EU steht für European Forum for Enhanced Usability. Das Ziel der Initiative: die Vorteile benutzungsfreundlicher IT-Produkte in der Öffentlichkeit bekannter machen. Es sind bereits gemeinsame Forschungsprojekte rund um Usability in Planung – ob in den Bereichen Enterprise Resource Planning oder Gebäudetechnik. In der Gemeine Oberschneiding bei Straubing entsteht ein Zentrum für Usability mit Testlabor. Auch ein eigener Termin für den World Usability Day in Niederbayern ist angedacht. Mit solchen Aktivitäten will EF.EU die Region Niederbayern als Forschungs- und Wirtschaftsstandort stärken. Voller Tatendrang gehen wir ans Werk und hoffen, dass EF.EU 2010 ordentlich wächst.

Montag, 12. Oktober 2009

Prinz Philip und kompliziertes Design


Prinz Philip, Ehemann von Königin Elisabeth II kämpft mit komplizierter Technik. "Wenn er ein Programm aufzeichnen wolle, ende dies oft damit, dass er mit einer Taschenlampe, einer Lupe und der Bedienungsanleitung auf dem Boden liege. Oder man überläßt dies seinem 10-jährigen Enkel.", so Prinz Philip in einem Interview zum Prince Philip Design Award. Noch eindeutiger äußerte er sich gegenüber der Times. "Um herauszufinden, wie ein Fernsehgerät funktioniert, muss man praktisch Liebe mit dem Ding machen."

Donnerstag, 6. November 2008

Golem-Artikel zur Usability des neuen Firefox 3.1


Der Newsdienst "Golem" hat ein Interview zur Neugestaltung (der Usability) des Interfaces des aktuellen Mozilla-Browsers "Firefox 3.1" (erinnert sich noch jemand an die Zeit, als das Ding Netscape war?) veröffentlicht.
Darin stellt Aza Raskin (Sohn des bekannten Jef Raskin) seine Ansichten zur Usability vor. Aussagen wie "Schau was deine Nutzer machen, aber frage sie nie, was sie wollen" oder "Undo statt Warnung" lassen sich dann auch ungesehen unterschreiben.

Bedenklicher sind allerdings Plattituden wie "Das beste Interface ist kein Interface". Denn, Sorry, darauf kann man nur mit einer logischen Plattitude antworten: "Jedes Interface IST ein Interface". So kommt man dem Kern der Sache nicht näher. Besser wäre wohl, dass die Belastung des Nutzers durch das Interface möglichst gering sein soll. OK.

Besonders fragwürdig ist allerdings die Aussage "Raskin plädiert dafür, Interface-Design mehr als Wissenschaft zu betrachten und weniger als Kunst." mit einem Verweis auf GOMS (=Goals, Operators, Methods and Selection Rules). GOMS ist nicht ohne Grund nie zu einem echten Maßstab für die Entwicklung von Interfaces außerhalb akademischer Einrichtungen geworden. Die Idee der "User Experience" besagt ja gerade, dass die kognitionstheoretische Betrachtung von Effizienz und Effektivität für die spätere (wahrgenommene) Qualität des Poduktes nur einen (und nicht mal besonders wesentlichen) Faktor darstellt. Ganzheitliche Ansätze wie der AttrakDiff gehen da schon mehr auf die menschliche Bewertung und Wahrnehmung von Produkteigenschaften ein.

Und wenn dann noch "Eine Alternative dazu sei ein sprachorientiertes Interface, meint er: 'Man tippt einfach ein, was man tun will, und der Computer erledigt den Rest.'" auftaucht, frage ich mich, ob der gute Herr Raskin entweder den Stein der Weisen in der automatisiserten Sprachanalyse und künstlichen Intelligenz entdeckt hat oder noch nie ein solches Interface bedienen musste. Am Ende muss der Nutzer nur eine noch viel kompliziertere Computer-gerechte Semantik erlernen, da die Software natürlich die natürlichsprachliche Ausdrucksweise nur in extrem engen Grenzen erkennt. Der Hinweis im Artikel auf Star Trek gibt da nicht viel Hoffnung.

Naja, insgesamt trotzdem ein interessanter Usability-Artikel, auf den ich hier gern verweise.


Donnerstag, 26. April 2007

Nachtrag: Usability von Fahrkartenautomaten

Potzblitz! Kabel1 hat tatsächlich in seiner Reihe "K1 Das Magazin" den Fernsehbeitrag über die Usability von Fahrkartenautomaten gezeigt.

Nachdem ich mehrere Stunden auf kalten Bahnsteigen immer und immer wieder Fahrkarten in verschiedenen Perspektiven kaufen musste, sind daraus am Ende doch knappe 9 Minuten Berichterstattung geworden. Meinen Dank an Herrn Kumpfert von KölnFilm für einen fairen und sachlichen Bericht.
Und die vielen verzweifelten Kunden waren nicht gestellt, sondern die Normalität an den Automaten. Schade, dass die Automaten-Guides und das Interview mit einem Bahn-Verantwortlichen es nicht mehr in den Bericht geschafft haben. Insbesondere von letzterem hätte ich doch gerne mal eine Antwort gehört, wie es zu Netzwabenplänen mit dreistelligen Codes an einem Automaten kommen kann, der nur vierstellige Codes akzeptiert. War wohl die Druckfarbe zu teuer?
Usability als TV-Thema, ich finde das hat noch Potenzial ;-)


Freitag, 5. Januar 2007

Usability des OLPC "100$ Laptop"

Vielleicht ein guter Einstieg in ein neues Usability-Blog: Da versucht offenbar tatsächlich jemand das Thema Laptop und GUI komplett ohne Altlasten und Bedenken neu zu erfinden.

Das Gerät








Alle Abbildungen sind von der Homepage des Projektes und stehen unter der Creative Commons License 2.5 (siehe dort).


Die Nutzungsschnittstelle (GUI)


Bei YouTube finden sich ein kurzes kommentiertes Demo und ein stummes Demo als reines Screenshot des GUI und bieten ersten Eindrücke des Bedienkonzeptes.

Statt zum x-ten Mal die alte Xerox-Idee des Desktop-Metaphers zu bemühen, stellen die Entwickler die Aufgaben der Zielgruppe (vor allem Kinder) in den Mittelpunkt: Mit anderen kommunizieren!

Nun kann man aus den kurzen und verwaschenen Ausschnitten noch nicht wirklich das Bedienkonzept des OLPC erkennen, aber allein die ausdrückliche Nutzerorientierung und der Mut zum Neuanfang verdienen Beachtung.

Vielleicht finden sich auf der offiziellen Homepage (http://www.laptop.org/) dann auch bald dazu brauchbar zusammengefasste Informationen (oder ich finde selbst die Zeit, den dazugehörigen Styleguide einmal komplett zu lesen http://wiki.laptop.org/go/OLPC_Human_Interface_Guidelines).

Also, neues Jahr und tatsächlich neue Ideen. Das fängt ja gut an.

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